Zum Inhalt springen
Der Krom von Pskow über dem Fluss Welikaja

Pskow

Krom und Kalksteinkirchen am Zusammenfluss von Pskowa und Welikaja. Ausflüge nach Isborsk und Petschory.

Pskow gehört nicht zum Goldenen Ring. Es liegt ganz woanders, im Nordwesten, nahe der estnischen Grenze, dort wo die Pskowa in die Welikaja mündet. Von Sankt Petersburg sind es rund 290 Kilometer.

Trotzdem steht es hier. Pskows Geschichte als mittelalterliche Republik und Grenzfestung ergänzt die Städteporträts; seine eigene Bauschule prägt den Besuch.

Weiß, aber nicht glatt

Das ist das Erste, was auffällt, und es hat einen handfesten Grund. Gebaut wurde hier aus Kalksteinplatten, die es im Pskower Land im Überfluss gibt, in Schichten von wenigen Zentimetern bis zu einem halben Meter. Daraus lässt sich keine glatte Geometrie mauern. Die Wände sind leicht schief, als hätte jemand sie modelliert statt gemauert.

Die Kirchen wurden traditionell verputzt und gekalkt, sind also tatsächlich weiß. Nur liegt diese Tünche eben über einer unebenen Mauer aus Bruchstein, nicht über glatt gefügten Quadern. Das Licht bricht sich anders als bei der strengen weißen Architektur anderer Regionen: wärmer, weicher, fast fleischfarben im Abendlicht.

Dazu kommt eine Eigenart, die den Klang der Stadt bestimmt: Statt Glockentürmen gibt es Sswonnizy, also Glockenwände. Die Glocken hängen offen in einer Mauerreihe, oft direkt auf der Dachschräge des Kirchleins. Beim Läuten sieht man die Seile.

2019 hat die UNESCO gleich zehn dieser Kirchen als „Kirchen der Pskower Architekturschule“ ins Welterbe aufgenommen.

Fresken, die überlebt haben, weil man sie übertünchte

Das Miroshski-Kloster ist ein eigener Programmpunkt für die vormongolische Wandmalerei. Verbinde ihn zeitlich nicht zu knapp mit dem Krom. Geschichte und Bildprogramm sind im Tagesbericht beschrieben; den Zugang klärst du beim Museum.

Der Krom, und was „Perssi“ bedeutet

Beginne den Stadtrundgang am Krom, wo Pskowa und Welikaja zusammenkommen. Die Republikgeschichte und die Befestigung mit ihren „Perssi“ behandelt der Tagesbericht. Von hier aus kannst du anschließend die Kirchen im Stadtgebiet aufsuchen.

Zwei Ausflüge, die den Weg lohnen

Isborsk, dreißig Kilometer westlich, wird schon 862 in der Nestorchronik erwähnt. Die Steinfestung von 1330 steht auf einem Berg: 2,4 Hektar groß.

MaßWert
Mauer623 Meter (laut Museum)
Höhe7,5 bis 10 Meter
Dickeim Schnitt 4 Meter

Und unter ihr, an der Uferterrasse des Sees, treten die Slowenischen Quellen aus dem Hang, je nach Jahr und Quelle drei bis vier Liter pro Sekunde. Wasserfälle aus einer Wiese, direkt unter einer Burg aus dem 14. Jahrhundert.

Petschory, hinter Isborsk direkt an der estnischen Grenze, hat das Pskower Höhlenkloster. Die Höhlen sind seit dem 14. Jahrhundert bekannt, die Höhlenkirche wurde 1473 geweiht.

Der eigentliche Clou: Dieses Kloster wurde nie geschlossen, in seiner ganzen Geschichte nicht, auch nicht in der Sowjetzeit. Der Grund ist Geografie: Petschory gehörte zwischen den Weltkriegen zu Estland, je nach Quelle von 1920/1922 bis 1940/1944.

Eine Grenzverschiebung hat ein Kloster gerettet.

In derselben Gegend leben die Setu, ein kleines finno-ugrisches Volk, mit den Esten verwandt, aber orthodox. Im Dorf Sigowo steht das einzige Setu-Museum Russlands.

Wann und wie

Suche nach Псков-Пассажирский und vergleiche die Verbindungen ab deinem Ausgangsort. Feste Abfahrtszeiten aus einem früheren Fahrplan helfen bei der Buchung nicht. Für Isborsk und Petschory solltest du jeweils zusätzliche Fahrtzeit einplanen.

Die Suche und Buchung erläutert der Bahnratgeber.

Museum-Reservat: Verwaltung, Nekrassowa 7: info@pskovmuseum.ru, +7 8112 33 15 45. Nenne bei der Anfrage Datum, Personenzahl und gewünschte Ausstellung. Die Kontaktadresse ist nicht automatisch der Treffpunkt einer Führung.

Mehr dazu

Meinen ausführlichen Bericht über die Stadt gibt es hier: Pskow: Ein Tag in einer Republik, die es 162 Jahre lang gab.

Redaktion, Anreisehinweise und Besuchskontakt geprüft am 6. September 2026; Kontaktquelle: russisches Museum beziehungsweise Museumsverzeichnis des Städtebunds. Für unveränderte historische Angaben gilt der oben genannte Quellenstand. Termine beim jeweiligen Veranstalter bestätigen.

Teilen Telegram WhatsApp